Info
Die EU bittet um Feedback zur Open-Source-Strategie. Im folgenden mein Vorschlag. Feedback gerne via Mastodon.
Ausgangssituation
Als Softwareentwickler stehe ich vor einem grundlegenden Dilemma: Die Entwicklung qualitativ hochwertiger Open-Source-Software – wie meiner Ende-zu-Ende-verschlüsselten Videokonferenzlösung Briefing – erfordert erhebliche Zeit- und Kapitalinvestitionen. Ohne nachhaltige Finanzierung bleibt mir nur der Weg der kommerziellen Verwertung, obwohl ich die Software lieber vollständig frei zur Verfügung stellen und intensiv weiterentwickeln würde. Dieses Problem betrifft zahlreiche Entwickler in Europa.
Kernidee
Die EU sollte ein dauerhaftes Finanzierungssystem etablieren, das Open-Source-Entwicklung durch leistungsbasierte Vergütung fördert. Konkret schlage ich eine EU-betriebene Plattform vor (vergleichbar mit GitHub oder Codeberg.org), die Fördergelder anhand messbarer Erfolgskriterien verteilt.
Funktionsweise
Die Plattform würde den Nutzen und die Qualität von Projekten durch objektive Metriken bewerten:
- Community-Engagement (Bewertungen, Sterne)
- Technische Reichweite (Integration in andere Projekte, Downloads)
- Wartungsqualität (Beantwortung von Issues, Behebung von Bugs)
- Dokumentation und Support
Fördergelder würden anteilig ausgeschüttet, wobei Obergrenzen pro Projekt / Person Missbrauch vorbeugen.
Vorteile für alle Beteiligten
- Für Entwickler: Direkte Verbindung zwischen Leistung und Vergütung; Möglichkeit, sich vollständig auf quelloffene Entwicklung zu konzentrieren
- Für die EU: Aufbau digitaler Souveränität; Kontrolle über Qualitätsstandards (z.B. EUPL-Lizenzierung, Entwickler-Verifizierung); Förderung europäischer Innovation; Reduktion der Abhängigkeit von außereuropäischen Plattformen
- Für die Gesellschaft: Zugang zu sicherer, transparenter Software; Stärkung des europäischen Tech-Ökosystems
Fazit
Diese Initiative würde systematische Anreize für die Entwicklung hochwertiger Open-Source-Software schaffen und gleichzeitig europäische Werte wie Transparenz, Datenschutz und digitale Souveränität fördern.
Veröffentlicht am 2. Februar 2026